Sonntag, 20. August 2017
Geschichte Niederdorfeldens Drucken

War Niederdorfelden schon immer ein bevorzugter Ort für Ansiedlungen?

Einiges spricht dafür: Funde von Gebäude- und Gefäßresten im Neubaugebiet „Auf dem Hainspiel“ und von Gräbern an der Altkönigstraße aus der Jungsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.), Reste von römischen Gehöften in der Feldgemarkung, die Wasserburg zwischen Ortslage und Nidder und nicht zuletzt die Tatsache, dass sich hier seit Jahrhunderten sage und schreibe sieben überörtliche Straßen treffen.

Kartenausschnitt von Niederdorfelden um 1900

 

Erstmals schriftlich genannt wurde „Turinvelde“ in einer Schenkungsurkunde von 768, dem Jahr, an dem sich Jubiläumsfeierlichkeiten ausrichten.

Aus den Verwaltern der Schenkung könnte sich das Geschlecht der „Herren von Dorfelden“ entwickelt haben, die es 1191 vorziehen, sich als „Herren von Hagenowe“, also „Herren von Hanau“ zu bezeichnen und eine überaus erfolgreiche Dynastie zu begründen.

Mit Sicherheit bewohnten sie in ihrer „Dorfelder“ Zeit die Wasserburg, das älteste erhalten gebliebene bauliche Zeugnis der Gemeinde.

 
  Burgruine Niederdorfelden 2009 

 

In den folgenden Jahrhunderten teilte Niederdorfelden das Schicksal der meisten Dörfer: sie waren Vermögen Adliger, das man ohne Wissen der betroffenen Menschen vererben, verkaufen, verlehnen, vermachen oder verschenken konnte.

Niederdorfelden im Jahr 1913. Kreuzung Oberdorfelder-/Burgstraße. Der Heute mitten durch Niederdorfelden fließende "Feldbach" bildete 1913 den östlichen Ortsrand.
 

Junkergasse mit Junkerhof um 1900

 

Eine für die Region ebenso typische wie tief greifende Veränderung brachte die Industrialisierung. Ende des 19. Jahrhunderts verließen Bauern und Landarbeiter Felder und Ställe und tippelten täglich bis zu 30 Kilometer in Frankfurter Fabriken. Mit dem Bau der heutigen Niddertalbahn und der Nutzung von Fahrrädern wurde der Weg in die Mainmetropole bequemer. 

Bahnhof Niederdorfelden 1913.

Die Niddatalstrecke von Windecken nach Bad Vilbel wurde am 1. Juni 1907 eröffnet.

Neben dem Bahnhof, stand 1913 auch ein Gasthaus. Damals weit außerhalb des Dorfs.

 

Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit um 1938.
Niddertalbahn „Stockheimer Lieschen“


Ausgebombte, Flüchtlinge und Heimatvertriebene brachten nach dem Zweiten Weltkrieg neue Strukturen mit, ebenso wie zahlreiche Neubürger, die seit den sechziger Jahren aus der Stadt kommend die Ruhe einer halbwegs ländlichen Gemeinde suchen – und finden.
Ein besonders wichtiger Markstein der neueren Geschichte ist die Erhaltung der politischen Selbständigkeit Niederdorfeldens, die während der umwälzenden kommunalen Gebietsreform in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts unter Führung des damaligen Bürgermeisters Jakob Burkhardt gelang.