Sonntag, 24. März 2019
Ersterwähnung 768 Drucken

Die erste urkundlich gesicherte Nachricht vom Bestehen Dorfeldens entstammt dem berühmten Kloster Lorsch an der Bergstraße. Im Lorscher Codex wird Dorfelden erstmals 768 im Rahmen einer Schenkung erwähnt.

Das Kloster Lorsch beherbergt seit 765 die Gebeine des heiligen Nazarius. Im Besitz der Reliquien eines Heiligen zu sein, war für ein Kloster die sichere Garantie eines raschen ökonomischen Aufstiegs. Nazarius wird als persönlich präsent gesehen, als Rechtsperson, als der eigentliche Eigentümer der Abtei, die nach dem Tode Chrodegangs (766) in den Besitz seines Bruders Gundeland überging. Nicht der Abt und sein Konvent sind also die Begünstigten, wenn jemand dem Heiligen etwas schenkt, sondern der Heilige selbst.

Urkunde 3012

(30. August 768 — Reg. 318) Schenkung des Isinhart unter König Pippin und Abt Gundeland Im Namen Christi, am 30. August im 16. Jahr (768) des Königs Pippin. Zu meinem Seelenheil errichte ich, Isinhart, eine Stiftung zugunsten des heiligen Märtyrers Nazarius, dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, das vom ehrwürdigen Abt Gundeland betreut wird. Die Übergabe erfolgt nach meinem Wunsch für immer und, wie ich ausdrücklich betone, aus freien Stücken. Ich schenke im Gau Wettereiba (Wetterau), im Dorf Turinvelde (Dorfelden) zehn Joch Ackerland. Bekräftigt durch Handschlag und Brief schenke, übergebe und übertrage ich dieses Land an diesem Tag aus meinem Rechtsstand in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Nazarius. Geschehen im Lorscher Kloster. Zeit wie oben.

 
Urkunde 3366

(8. Dezember 787? — Reg. 2865) Schenkung der Egina im Dorf Dorfeiden und in Dortelweil unter König Karl und Abt Richbodo In Christi Namen, am 8. Dezember im 15. Jahr des Königs Karl. Ich, Egina, lasse dem heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, dem der ehrwürdige Richbodo als Abt (784—804) vorsteht, eine Schenkung zukommen. Ich wünsche meiner Vergabung ewigen Bestand und erkläre, daß sie auf meinem vollkommen freien Willen beruht. Bekräftigt durch Handschlag und Brief übergebe ich alles, was ich in pago Nitachgowe (im Niddagau), im Dorf Dorfeiden (Dorfelden), in Turchilwila (Dortelweil a. d. Nidda) und Massenheim (n. Frankfurt) besitze. Geschehen im Lorscher Kloster. Zeit wie oben.

 
Urkunde 3014

(12. Juni 805 — Reg. 2927) Schenkung des Bliger und seiner Frau Wolfburg unter Abt Adalung und Kaiser Karl. Im Namen Gottes entbieten wir, Bliger und meine Ehefrau Wolfburg, dem heiligen Märtyrer Nazarius eine Gabe. Der Leib des Heiligen ruht im Lorscher Kloster, dessen Herr der ehrwürdige Abt Adalung ist. Nach unserem Willen soll die Schenkung für alle Zeiten in Kraft bleiben, und wir versichern, daß sie vollkommen freiwillig gemacht wurde. Wir übergeben im Gau Wetdereiba (Wetterau), im Dorf Torovelden (Dorfelden) eine Hofreite, 25 Joch Ackerland, eine Wiese und überhaupt alles, was wir dort an Hofreiten, Feldern, Wiesen, Wäldern, Gewässern, Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Bauten besitzen. Am gegenwärtigen Tag schenken, übergeben und übertragen wir dies alles in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Nazarius. Möge er gemäß nachfolgender Fertigung alles auf ewig besitzen. Geschehen im Lorscher Kloster am 12. Juni im 37. Jahr des Kaisers Karl.

 
 

 

Hintergrund zum Lorscher Codex

Homepage Kloster Lorsch