Mittwoch, 19. Juni 2019
Ölmühle in der Unterwelt Drucken

Die Müller genossen in den sogenannten alten Zeiten nicht den besten Ruf, weil der „Tausch“ zwischen großen Mengen Getreide und dem vergleichsweise wenigen daraus gewonnenen Mehl für die Bauern nicht immer ganz nachzuvollziehen war. Zur Unterwelt rechnete sie allerdings niemand. Ihre Nachfolger, die Freunde der historischen Ölmühle in Niederdorfelden besuchten indes genau diese, nämlich das lange und weitverzweigte Kellerlabyrinth unter der Stadt Oppenheim am Rhein.

Anlass hierzu war der jährliche Ausflug des Fördervereins Ölmühle, auf dessen Programm außerdem ein Besuch des Hofguts Guntershausen im Naturschutzgebiet „Hessischer Kühkopf“ mit Besichtigung des angegliederten Naturschutz- und Informationszentrums stand.

Besonderes Interesse fand diese Einrichtung bei den Besuchern, weil das Gebäude ebenfalls baufällig war und abgerissen werden sollte, jedoch von einem ehrenamtlich geführten Förderverein gerettet und in einen  vorbildlichen Zustand versetzt wurde. Unser Foto zeigt die Reisegruppe vor dem Eingang des Hofgutgebäudes.

Einen ganz und gar unerfreulichen Aspekt hatte die Fahrt trotzdem: die Teilnehmer der alternativen Wanderung durch den Kühkopf mussten sich unzähliger Schnaken erwehren, eine Teilnehmerin handelte sich Dutzende von Stichen ein, die allerdings keine nachhaltigen Schäden hinterließen.